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Erzählen - Die Wiederentdeckung einer vergessenen Kunst
Der Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel hat mal geschrieben:

"Einem Ehepaar, das in aller Freundschaft und Freundlichkeit kaum mehr zusammen spricht, fehlen nicht etwa die Inhalte, dem sind die Geschichten abhanden gekommen." 

(P. Bichsel, Der Leser. Das Erzählen. Frankfurter Poetikvorlesungen, Luchterhand, Frankfurt, 1982)
 
Zumindest jedem, der Kinder hat, wird die Auffordung "Erzähl mir was!" nur allzu bekannt sein. Aber es gibt noch unzählige andere alltägliche Gelegenheiten, bei denen ein leibhaftiger Erzähler mit seiner Geschichte gefragt ist, beim Spazierengehen, beim Essen, beim Warten auf die Strassenbahn, auf langweiligen Parties etc.
Erzählen kann jeder, das ist klar. Allerdings gibt es für Menschen, die die Kunst des Erzählens wieder entdecken möchten, mindestens zwei Schwierigkeiten.
Zum einen muss kind und frau und man sich trauen, zum anderen braucht jeder Erzähler eine Geschichte.
Mit dem "sich trauen" ist das so eine Sache. Es gibt eben Menschen, denen fällt es leichter, sich in den Mittelpunkt zu setzen, alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um schließlich mit Lust und Genuss los zu legen. Aber wie so vieles im Leben ist gerade das "sich trauen" für jede und jeden ziemlich schnell erlernbar. Gelegenheit macht Diebe und eine gehörige Portion Lampenfieber gehört sowieso dazu und tut der Lebendigkeit der erzählten Geschichte nur gut.
Nicht in allem, wo "Geschichte" draufsteht, ist auch eine Geschichte drin. Will sagen, nicht jede sogenannte "Geschichte" läßt sich erzählen. Erzählbare Geschichten haben zum einen in der Regel bestimmte Strukturen, zum anderen müssen die Bilder, mit denen diese Strukturen dargestellt werden, erzählbar sein. Aus diesem Grund lassen sich zum Beispiel die meisten Romane, die sich in aller Ausgiebigkeit mit dem Innenleben der Figuren beschäftigen, kaum erzählen.
Auch wenn es paradox klingen mag: Geschichten sind zwar nicht das Wesentliche beim Erzählen, dennoch sind sie unabdingbar. Sie sind die Basis, die ein Erzähler braucht, um überhaupt von dem erzählen zu können, von dem er eigentlich erzählen will, nämlich von sich selbst und seinen Erfahrungen.
Doch wie kommt nun ein Erzähler zu seinen Geschichten? Er kann sie sich natürlich ausdenken. Oder sie sich zusammen suchen, aus Büchern, aus der Zeitung oder er schöpft aus eigenen Erlebnissen oder Erfahrungen oder er surft solange durchs Internet, bis er zum Beispiel bei Klaus Adam landet.
Klaus Adams Geschichten sind nämlich so bearbeitet, das sie sich vor allem sehr gut zum Weitererzählen eignen. Darüber findet er auf den folgenden Seiten eine ganze Menge Hintergrundmaterial, damit er auch weiß, warum das Geschichtenerzählen nicht nur einen Riesenspaß macht, sondern gerade heutzutage wieder ungeheuer wichtig ist.
Und er findet darüber hinaus auch die einen oder anderen Tips und Tricks, die einem in den verschiedensten Fällen über so manche erzählerische Klippe helfen.


Folgende Texte zur Theorie des Erzählens können Sie sich als pdf-Datei herunterladen.

Erzählen und Sprachförderung #1
"Warum das Pferd von hinten aufzäumen?" Johannes Merkel beschreibt in seinem Text (Bremen 2005) Grundsätze zur Sprachförderung im Elementarbereich, insbesondere von Kindern mit anderer Muttersprache.
 
Erzählen und Sprachförderung #2
"Erzähl du mir, dann erzähl ich dir!" Johannes Merkel führt aus, wie mit dem Erzählen von Geschichten die Sprachbeherrschung gefördert werden kann.
 
Über die Umwandlung schriftlicher Texte in mündliche Erzählungen
In diesem Text beschreibt Johannes Merkel, was es zu beachten gilt, wenn man einen schriftlich fixierten Text als Vorlage für eine mündliche Erzählung benutzen möchte.
 
Geschichten zum Weitererzählen
Johannes Merkel erzählt, wie die meisten Geschichten aus Klaus Adams Repertoire enstanden sind und warum sie sich besonders gut zum Weitererzählen eignen.
 
Die Pause beim Erzählen
Knut Hickethier beschreibt, dass es nicht nur eine Kunst ist, zu erzählen, sondern dass es auch eine Kunst des Zuhörens gibt und welche Rolle die Pause beim Erzählen spielt.
 
Erzähl mir was!
Anhand von Erinnerungen, die Studenten eines Erzählprojektes gesammelt haben, zeigt Johannes Merkel auf, worauf es beim Erzählen für Kinder ankommt.
 
Das kleine Volkstheater
Christel Proksch berichtet über Tradition und heutige Praxis von Geschichtenerzählern in China.
 
Wie kommt ein Negerkuss nach Afrika?
Und wie ein Schauspieler zum Erzählen? Klaus Adam beschreibt, wie er nach erfolgreich abgeschlossenem Schauspielstudium und ersten Engagements zum Geschichtenerzähler wurde und dabei völlig ungeahnte Dimensionen des Theaters entdeckt hat.
 
Vom Recht auf Vorfahrt
Erzählen ist nicht nur ein Medium, das der Unterhaltung dient. Elke Liebs zeigt in ihrem Text, welchen Stellenwert das Erzählen, und natürlich auch das Zuhören in der psychologischen Praxis haben kann.
 
Es war einmal ...
Wie war es denn? Gab es mehr Geschichtenerzähler oder mehr Märchentanten? Waren das berufsmäßige ErzählerInnen oder erzählte man früher nur aus Spaß an der Freud? In diesem Text kramt Klaus Adam ein bisschen in dem geschichtlichen Nähkästchen seiner Zunft.
 
"Ein Buch - das sind nur Wörter!"
Auch in Japan hat das Geschichtenerzählen eine lange Tradition. Vena Hrdlickova berichtet in ihrem Text vor allem aus dem Alltag der heutigen, berufsmäßigen Erzähler im Land der aufgehenden Sonne.
 
Tantengeschichten
Ernst-Friedrich Suhr hat die Geschichten seiner Tanten aufgeschrieben und erzählt dabei aus der Geschichte, die jeder Mensch erzählen könnte, der Geschichte seines eigenen Lebens, die wiederum aus vielen einzelnen Geschichten besteht.
 
   
   
   
 
 
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