Zumindest jedem, der Kinder hat, wird die Auffordung "Erzähl mir was!"
nur allzu bekannt sein. Aber es gibt noch unzählige andere alltägliche
Gelegenheiten, bei denen ein leibhaftiger Erzähler mit seiner Geschichte
gefragt ist, beim Spazierengehen, beim Essen, beim Warten auf die Strassenbahn,
auf langweiligen Parties etc.
Erzählen
kann jeder, das ist klar. Allerdings gibt es für Menschen, die die Kunst
des Erzählens wieder entdecken möchten, mindestens zwei Schwierigkeiten.
Zum
einen muss kind und frau und man sich trauen, zum anderen braucht jeder
Erzähler eine Geschichte.
Mit dem "sich trauen" ist das so eine Sache. Es gibt eben Menschen, denen
fällt es leichter, sich in den Mittelpunkt zu setzen, alle Aufmerksamkeit
auf sich zu lenken, um schließlich mit Lust und Genuss los zu legen.
Aber wie so vieles im Leben ist gerade das "sich trauen" für jede
und jeden ziemlich schnell erlernbar. Gelegenheit macht Diebe und eine
gehörige
Portion Lampenfieber gehört sowieso dazu und tut der Lebendigkeit der
erzählten Geschichte nur gut.
Nicht in allem, wo "Geschichte" draufsteht, ist auch eine Geschichte drin.
Will sagen, nicht jede sogenannte "Geschichte" läßt sich erzählen.
Erzählbare Geschichten haben zum einen in der Regel bestimmte Strukturen,
zum anderen müssen die Bilder, mit denen diese Strukturen dargestellt
werden, erzählbar sein. Aus diesem Grund lassen sich zum Beispiel die
meisten Romane, die sich in aller Ausgiebigkeit mit dem Innenleben der Figuren
beschäftigen, kaum erzählen.
Auch wenn es paradox klingen mag: Geschichten sind zwar nicht das Wesentliche
beim Erzählen, dennoch sind sie unabdingbar. Sie sind die Basis, die
ein Erzähler braucht, um überhaupt von dem erzählen zu können,
von dem er eigentlich erzählen will, nämlich von sich selbst und
seinen Erfahrungen.
Doch wie kommt nun ein Erzähler zu seinen Geschichten? Er kann sie sich
natürlich ausdenken. Oder sie sich zusammen suchen, aus Büchern,
aus der Zeitung oder er schöpft aus eigenen Erlebnissen oder Erfahrungen
oder er surft solange durchs Internet, bis er zum Beispiel bei Klaus Adam
landet.
Klaus Adams Geschichten sind nämlich so bearbeitet, das sie sich vor
allem sehr gut zum Weitererzählen eignen. Darüber findet er auf
den folgenden Seiten eine ganze Menge Hintergrundmaterial, damit er auch weiß,
warum das Geschichtenerzählen nicht nur einen Riesenspaß macht,
sondern gerade heutzutage wieder ungeheuer wichtig ist.
Und er findet darüber hinaus auch die einen oder anderen Tips und Tricks,
die einem in den verschiedensten Fällen über so manche erzählerische
Klippe helfen. |